Alles neu? Jetzt oder nie!

Die Covid-19-Pandemie hat die Wirtschaft und das Leben lahmgelegt. Die globale Krise bedroht die Existenz von Menschen und Unternehmen, disruptiert ganze Branchen und bringt die Staaten und deren Finanzen an den Anschlag. Die grosse Unsicherheit bietet aber auch Chancen, bisher Undenkbares wird plötzlich möglich. Die Entscheidungen von heute werden die nächsten Jahrzehnte nachhaltig prägen. Schaffen wir den Schritt in die Zukunft!
Wer auf ein Zurück in die alte Normalität hofft, hofft vergebens. Sowohl in der Geschichte der Menschheit wie auch der Wirtschaft gab es noch nie ein Zurück. Jedes Ereignis verändert automatisch die Gegenwart und die Zukunft, eine Rückkehr ist daher nicht möglich und ergbit auch keinen Sinn. Abgesehen davon war die alte Normalität auch nicht ein Zustand, den wir unbedingt zurückhaben wollen. Richten wir also unseren Blick nach vorn. Dabei ist wichtig, dass durch ein systemisch-nachhaltiges Denken sämtliche Belange von Erde, Natur, Tieren, Menschen, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und weiteren Teilsystemen in Einklang gebracht werden.
Die Unausgeglichenheit der Teilsysteme in der Prä-Corona-Zeit, insbesondere die blinde Wirtschaftsgläubigkeit, verbunden mit unseren Wohlstandsanforderungen, hat uns anfällig gemacht. Nur so war es möglich, dass die Pandemie unser gesamtes System an den Rand des Kollapses bringen konnte. Wenn wir also von der Rettung aus der Pandemie sprechen, sollte es nicht nur um Wachstum und Wohlstand gehen, sondern wir müssen sämtliche Aspekte unseres Gesamtsystems berücksichtigen und Nachhaltigkeit wie auch Achtsamkeit in allen Belangen anstreben. Vielleicht hilft uns da auch ein Blick nach Bhutan. Das ist bislang das einzige Land, in dem ein Bruttonationalglück erhoben wird. Im Jahr 2008 wurde erstmals mittels Fragebogen die sogenannte Gross National Happiness (GNH) von staatlicher Seite ermittelt (Wikipedia). Sie wird in unregelmässigen Abständen alle paar Jahre wiederholt.
Vor der Krise
Vor rund 30 Jahren haben die Ökonomen das Zepter definitiv an sich gerissen. Dies hatte zur Folge, dass selbst die Politik jeden Entscheid von den Vorgaben der Ökonomen abhängig machte. Die globale Wirtschaft läuft seither in relativ ruhigen Bahnen mit niedrigem, aber kontinuierlichem Wachstum. Die einzigen richtigen Wachstumsbranchen in dieser Zeit sind die Tech-Firmen, die Pharma und das Consultinggeschäft. Die Beraterclans stiegen zu den Hohepriestern der Wirtschaft auf. Kaum ein wichtiger Entscheid wurde ohne ein teures Beratungsmandat gefällt. So wurde die gesamte Wirtschaft über Jahrzehnte auf Effizienz getrimmt. Die Reserven wurden zugunsten von kurzfristigem Renditedenken, Bonus und Dividenden abgebaut. Doch genau diese Kultur der Effizienz ist durch Corona in eine Sackgasse geraten. Viele Unternehmen waren zu effizient und konnten nicht reagieren. Die Technologiegläubigkeit ist allgegenwärtig. Sämtliche Probleme der Zukunft sollen mit technischen (Er-)Lösungen wie künstlicher Intelligenz, selbstfahrenden Fahrzeugen, Drohnen usw. gelöst werden. Richten sollen es die immer mächtiger werdenden Tech-Giganten und innovative Start-ups. Letztere wurden dann für viel Geld den globalen Tankern einverleibt und nicht selten dort innert Kürze durch die Konzernmentalität an die Wand gefahren.
Daneben gibt es aber bereits seit ein paar Jahren die ersten Anzeichen für Veränderungen. Der Rutsch von West nach Ost, sprich die Verlagerung der Produktion aus den westlichen Industrieländern nach China, Indien, Indonesien usw. Oder das Nord- und Südgefälle und damit verbunden die Bereicherung der westlichen Industrieländer zulasten von Afrika, Südamerika und Asien. Oder die Diskussion über erhöhte Managerlöhne, die zur Abzocker-Initiative und dadurch zu Änderungen im Aktienrecht führte. Spätestens mit dem Eintritt der Millennials in den Arbeitsmarkt haben sich auch hier die Ansichten über und der Anspruch an Arbeitszeit, Freizeit, Entschädigung und Verpflichtung grundsätzlich gewandelt.
Vor Corona war die Zukunft entweder bereits vorbestimmt oder in weiter Ferne – und darum den meisten völlig egal.
Und dann ist da der Klimawandel. Die globale Protestbewegung rund um Umweltthemen ist durch Corona nicht zum Stillstand gekommen, im Gegenteil. Die Anliegen der Fridays-for-Future-Generation wurden abgetan mit Aussagen wie «Wir sind unbedeutend», «Ihr habt ja recht, aber was soll man machen?», «Das lösen wir mit Technik», «Wir haben noch lang Zeit» oder «Wer soll das bezahlen?».
Die Corona-Krise jedoch beweist, dass es durchaus möglich ist, globalen Gefahren praktisch über Nacht mit wirtschaftlicher Vollbremsung zu begegnen. Diese kollektive Erfahrung, dass das Wohl der Bevölkerung tatsächlich über jenes der Wirtschaft gestellt wird, ist nach Jahren der blinden Wirtschaftsgläubigkeit ganz neu. Nicht nur haben sich globale Bewegungen wie Fridays for Future während der Corona-Zeit professionalisiert, sondern sie haben sich weiteren zentralen Themen der Globalgesellschaft geöffnet. Mit neuer Kraft und mit neuen digitalen Methoden solidarisiert sich eine wachsende Gruppe vor allem junger Menschen nicht mehr nur gegen den Klimawandel, sondern auch gegen Rassismus, Sexismus und das Elitedenken.
Stimmen, die das Wirtschaftssystem als solches und insbesondere den Wachstumskapitalismus kritisch hinterfragten, wurden aus immer mehr Richtungen immer lauter. Fragen der Moral und Ethik finden auch endlich wieder Einzug in die wirtschaftlichen Schaltzentralen. Sharing-Prinzipien, Solidarität, Diversity, Kooperation und Nachhaltigkeit sind heute wichtige Themen in der neuen Firmenkultur.
Rückblickend ist klar, dass die Trends und Themen in Wirtschaft und Gesellschaft kurz vor der Pandemie sich bereits in einem dynamischen Veränderungsprozess befanden. Die Corona-Krise war lediglich noch der Booster!
Während der Krise
Weil das Gesundheitssystem in Gefahr war, wurden Teilsysteme unserer Gesellschaft entweder teilweise oder komplett heruntergefahren. Da jede internationale Bewegung das Verbreitungsrisiko unvorhersehbar vervielfachte, wurde praktisch über Nacht der sonst stetig wachsende Strom von Menschen und Gütern quer über den Globus ausgebremst. Dem konnte sich auch die bis anhin kaum antastbare Wirtschaft nicht entziehen. Mit einem Shutdown wurde auch sie entweder auf ein Minimum heruntergeregelt oder für eine gewisse Zeit komplett stillgelegt. Mit dem Fallen des ersten Dominosteins nahm das Spiel seinen Lauf, und ein System nach dem anderen fiel aus. Ohne funktionierende Lieferketten weniger Produktion, wegen eingeschränkter Mobilität weniger Reiseverkehr, ohne stationären Handel weniger Konsum. Die enge Vernetzung zwischen unseren Teilsystemen führte weitestgehend zu deren Stillstand.
Die Just-in-time-Welt ist angesichts dieses erzwungenen Stillstands erodiert. Für manche Individuen eine dringend benötigte Pause von Hamsterrad und Massenkonsum. Für andere der endgültige mentale Zusammenbruch. Zeiten der Reflexion, die erst durch die Distanz zur Normalität überhaupt möglich werden und deren Folgen sich erst in den nächsten Monaten offenbaren werden. Die Uhr läuft gegen die Wirtschaft, auch psychologisch: Aus wenigen Wochen Shutdown werden Monate; bis freie Mobilität wieder möglich ist, vergehen vielleicht sogar Jahre. In dieser Zeit des Stillstands haben Staaten alle Schleusen geöffnet, um der Wirtschaft das Schmiermittel zu sichern, von dem alles abhängt: Liquidität. Es gibt Kreditgarantien, Kurzarbeitsprogramme, Subventionen, Cash auf die Hand und freiwillige Teilverstaatlichung. Die Finanzkrise des Jahres 2008 erscheint im Vergleich zur Corona-Krise als harmlose Delle. Die Bremsspuren und Schäden der Corona-Krise sind heute erst ansatzweise auszumachen.
Ökonomische Prognosen sind derzeit extrem schwierig. Zu komplex ist die Entwicklung der Pandemie, der Einfluss der Unterstützungen ist schwierig zu messen, historische Referenzpunkte haben wir für eine Krise dieses Ausmasses keine. Die Corona-Krise ist zwar eine globale Pandemie, sie trifft aber jedes Land, jede Branche und jedes Unternehmen unterschiedlich. Bei der Analyse der nachstehenden Szenarien «ILUVW» habe ich deshalb vor allem die Schweiz und die hier ansässigen Firmen im Blick.
I-Szenario
Absturz und Schluss
Beim I-Szenario handelt es sich um den Worst Case für Unternehmen. Die meisten dieser Unternehmen befanden sich bereits vor der Corona-Krise aufgrund schlechter Ertragslage und mangelnder Liquidität kurz vor dem Kollaps. Diese Unternehmen konnten deshalb auch nicht von den Nothilfepaketen von Bund und Kantonen profitieren. Die Corona-Krise hat bei diesen Firmen den Untergang nicht verursacht, sondern nur beschleunigt.
L-Szenario
Absturz auf ein tieferes Niveau
Für die gesamte Schweiz wäre ein L-Verlauf das Worst-Case-Szenario, mit einer über mehrere Jahre anhaltenden Depression als Folge. Dies könnte passieren, wenn die Pandemie unser Leben über eine sehr lange Zeit einschränkt oder eine oder mehrere wichtige globale Wirtschaftsregionen in eine Krise geraten. Die Gefahr ist relativ gering, das L-Szenario lässt sich aber nicht komplett ausschliessen. Der grösste Trigger könnte das Platzen der lange schwelenden Schuldenkrise in China sein und damit verbunden das jähe Ende der 30 Jahre dauernden China-Wachstumsstory. Durch das Straucheln der verlängerten Werkbank China würden die Lieferketten reissen. Das hätte dann auch einen unmittelbaren Einfluss selbst auf die Produktion der Schweizer KMU.
Welches Szenario schlussendlich eintritt, ist für die Gestaltung der Zukunft wenig entscheidend und kann im Rahmen der Theorie rückwirkend beobachtet werden. Was es jetzt braucht, sind Visionen, Mut und Entscheidungsfähigkeit. Das heisst: mehr Unternehmertum, Pioniergeist und Kreativität in jedem einzelnen Unternehmen. Und mehr Verständnis für die Entwicklungsdynamiken komplexer Systeme. Bereits während der Krise gilt es, eine Standortbestimmung vorzunehmen und die neuen Herausforderungen anzupacken. In Zeiten einer so massiven Veränderung entstehen Lücken und Chancen, die so schnell nicht wiederkommen werden. Die Krise wird zum Aufbruch in eine neue Ära – eine Möglichkeit, die es letztmals in den 1920ern gab. Neue oder agile Player, die eine andere, ganzheitlichere Form des Wirtschaftens anstreben, treten plötzlich aus dem Schatten. Eine neue Generation von Unternehmertum betritt die Bühne und hinterfragt und dekonstruiert das alte System, das alte Spiel. Weil die Corona-Krise alle Systeme gleichermassen betrifft, ist jetzt die Gelegenheit für neues unternehmerisches Denken und Handeln gekommen. Denn die Endzeit einer Krise ist die Zeit der Visionärinnen und Visionäre.
U-Szenario
Mittlerer Absturz mit langwieriger Erholung
Bei diesem Szenario folgt nach dem Fall eine längere Phase, bevor sich die Wirtschaft wieder langsam erholt und nach mehreren Jahren wieder richtig zulegen kann. Auch hier wären die Ursachen: eine lang anhaltende Belastung durch die Pandemie; Probleme der Wirtschaft hervorgerufen durch den Shutdown; eine globale Krise mit zeitverzögerten Auswirkungen auf die Schweiz; Rettungspakete, die nicht oder nur verzögert greifen. Dies könnte eine Abwärtsspirale auslösen mit Insolvenzen, Entlassungen, Arbeitslosigkeit, Konsumeinbussen, Produktionsrückgängen in weiteren Unternehmen und Branchen, neuen Insolvenzen, neuen Entlassungen und so weiter.
V-Szenario
Tiefer Absturz mit schneller Erholung
Das optimistischste Szenario ist die Art der Rezession, wie sie 2008 nach der Lehmann-Brothers-Affäre eintrat. In diesem Fall würde die Rezession vermutlich vier bis sechs Quartale dauern. Auf den starken Shutdown bräche das BIP drastisch ein. In der zweiten Hälfte 2021 könnte dank der staatlichen Rettungspakete, Nachhohlkonsum und Innovationsinvestitionen eine schnelle und kräftige Erholung einsetzen. In der Vergangenheit haben gerade solche radikalen Zäsuren zu spektakulären Leistungen und Wachstumsphasen geführt. Allerdings wird das nur möglich sein, wenn die Insolvenzen und Massenentlassungen durch staatliche Rettungspakete gering gehalten werden können. Aufgrund der langen und zum Teil immer noch anhaltenden Lockdowns, der Virusmutationen und der damit verbunden neuen Wellen scheint dieses Szenario diesmal nicht zu greifen.
W-Szenario
Tiefer Absturz und eine lang anhaltende Krise mit Auf und Ab
Das W-Szenario ist eine Art Zwischenvariante zwischen den Szenarien U und V. Es ist ein Wellental der Tränen aus schneller Erholung, Stagnation, Einbruch, erneuter Erholung und so weiter. Zum Beispiel, weil es erneute Shutdowns gibt aufgrund neuer Wellen, durch das Verschleppen der Pandemie oder durch Mutationen des Virus. Hierbei dürfte es sich nach der Erfahrung der letzten 15 Monate um das wahrscheinlichste Szenario handeln.
Nach der Krise
Mit dem Denken in Ursache-Wirkung-Beziehungen und Wenn-dann-Logik können wir mit einfachen Problemen umgehen. Planung und Beherrschung waren lange Zeit die handlungsleitenden Maximen der Wirtschaft. Mit dem Einbezug von Natur und Mensch in den wirtschaftlichen Handlungsrahmen wird jedoch klar, dass die Zeit lange währender Strategiekonzepte vorbei ist. Da die Welt aber nicht einfach ist, brauchen wir gesamtheitliche, systemische Ansätze. Dieser Trend ist bereits seit Längerem bei innovativen Firmen ersichtlich. Firmen, die agile Prozesse implementiert haben, können rascher auf Krisen reagieren. Schmerzlich mussten wir im Kontext der Corona-Krise unsere Hilflosigkeit bezüglich Planung und Beherrschung feststellen. Ein Virus verhält sich nicht betriebswirtschaftlich berechenbar, ebenso wenig wie ein Mensch oder die Natur. Alle Annahmen, die wir über Wirtschaftsprognosen getätigt haben, sind von uns selbst konstruiert. Wer krisenfest werden will, muss in Zusammenhängen und Kontexten denken statt in linearen Verläufen. Die Zeiten der langfristigen Planung und der schönen Budgets sind vorbei. Deshalb müssen wir immer in Modellen denken, die nur bestimmte Teile der Realität abbilden. Es braucht Kreativität und Resilienz.
Wenn wir eines gelernt haben, dann ist es: «Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt!»
Wenn nicht jetzt, wann dann?
Für einzelne Firmen mag grundsätzlich ein «Zurück zum alten Geschäftsmodell» möglich sein. Ob dies aber in dieser Umbruchzeit auch mittel- und langfristig zukunftsgerichtet sinnvoll ist, gilt es jetzt genau zu analysieren. Mit dem Absturz der Wirtschaft, der Bereinigung der Mitspieler und der Unterstützung durch die öffentliche Hand bietet sich jetzt die einmalige Gelegenheit, die in den letzten Jahren auf die lange Bank geschobenen Ideen endlich umzusetzen. Die in der Zukunft erfolgreichen Firmen nutzen die Krise, um eine echte Standortbestimmung vorzunehmen. Es gilt, den wirtschaftlichen Kundennutzen des eigenen Handelns zu hinterfragen und sich vorausschauend mit den Megatrends auseinanderzusetzen. Dazu braucht es pragmatisches gesamtheitliches Denken. Also Denken in langfristigen systemischen Zusammenhängen statt in kurzfristigen linearen Verläufen. In dynamischen Prozessen statt in statischen Ereignissen.
Der Handlungsspielraum für neue Strategien und damit die Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte waren selten so gut wie heute. Nach Jahrzehnten der kapitalistischen Marktwirtschaft braucht es Mut und Entschlossenheit, die durch die Beratergilde verabreichte Monowirtschaftskultur zu verlassen. Dazu braucht es unternehmerische Persönlichkeiten, die eine neue Ära des Unternehmertums einläuten. Gefragt sind Ethik, Moral, Verantwortungsbewusstsein und komplexes Selbstbewusstsein. Der Einzelgänger war gestern, die Zukunft gehört den Teamplayern. Das beinhaltet verlässliche Kolleginnen und Kollegen, kluge Partnerschaften, vertrauensvolle Netzwerke und geschickte Kooperationen. Jetzt ist die Zeit, um gemeinsam Weichen zu stellen. Denn gemeinsam und auf Augenhöhe lassen sich die Krise und die Herausforderungen der Zukunft besser bewältigen. Und plötzlich wird möglich, was zuvor kaum jemand für möglich gehalten hat.
Die nächste Krise steht bereits auf der Türschwelle
Mit der Corona-Krise wurde der Klimawandel, die grösste Herausforderung der nahen Zukunft, «kurzfristig» in den Hintergrund gerückt. Die Corona-Krise könnte auch als Lehre und Übungsprojekt für die kommenden Herausforderungen dienen. Sie hat unseren bisherigen wirtschaftsfokussierten Tunnelblick geöffnet und fordert uns heraus, den Problemen agil und kreativ zu begegnen und neue Lösungen zu suchen. Das werden wir dringend brauchen, denn der Klimawandel wird sich noch viel drastischer auf die Staatsgefüge, die Wirtschaft und vor allem auf unser persönliches Leben auswirken. Die Weltgemeinschaft wird sich im Grundsatz zwar nur mit dem Problem der «Menge des Wassers» auseinandersetzen müssen: Entweder gibt es zu wenig oder zu viel davon. Auch die Konsequenz ist sehr einfach, denn beides führt zu riesigen Migrationsströmen. Entweder weg aus der Dürre oder weg aus den überschwemmten Grossstädten an den Küstenstreifen.
Wenn wir es nicht schaffen, die hauptsächlich durch den Mensch verursachte Erderwärmung und damit den Klimawandel in den Griff zu kriegen, werden die wassersicheren Gebiete der Erde durch Millionen von Klimaflüchtlingen aufgesucht werden.
Es gilt also den Umbruch zu nutzen und unser Leben nachhaltig und achtsam umzugestalten!