Die neue Kollegin im Lehrer:innen-Team

Künstliche Intelligenz hat den Schulungsbereich in den letzten Jahren stark verändert. Sie eröffnet neue Möglichkeiten, Lernprozesse effizienter, individueller und weniger personalintensiv zu gestalten. Schulungen waren früher in der Vorbereitung einiges zeitaufwendiger, z.B. durch die Anpassung an unterschiedlichste Niveaus im Interesse von Wirksamkeit und Praxisnähe. Heute ermöglicht KI eine dynamische und adaptive Gestaltung von Lerninhalten, sogar «live» während des Unterrichts.
Gemäss unseren eigenen Erfahrungen liegt ein zentraler Vorteil von KI in der automatisierten Erstellung von Lernmaterialien. Trainingsbeispiele, Fallstudien oder Übungsaufgaben können in kurzer Zeit generiert werden. Dabei ist es möglich, Inhalte auf unterschiedliche Schwierigkeitsstufen zuzuschneiden. Für Unternehmen können für die Schulung neuer Mitarbeitenden realistische Szenarien erstellt werden, die firmenspezifische Herausforderungen aus dem Arbeitsalltag abbilden. Diese Beispiele können beliebig variiert werden, sodass Lernende nicht nur auswendig, sondern die Zusammenhänge verstehen lernen. Was früher zwischen Kundenprojektleitung und Kursleitung erarbeitet werden musste und viele Ressourcen in Anspruch nahm, erledigen heute KI-gestützte Tools wesentlich schneller und steigern dabei die Qualität und Vielfalt der Inhalte. Diese Vorbereitungsarbeiten bilden für uns eine wertvolle Grundlage für die Erstbesprechung sowie die abschliessende Ausgestaltung von Firmenschulungen. In enger Abstimmung mit dem Kunden werden sie praxisnah weiterentwickelt und mit unseren langjährigen Erfahrungen finalisiert.
Fast wie Privatunterricht
Darüber hinaus unterstützt KI die Personalisierung von Lernprozessen. Moderne Lernplattformen analysieren das Verhalten und den Fortschritt der Lernenden und passen die Inhalte entsprechend an. Wenn jemand mit einem bestimmten Thema Schwierigkeiten hat, kann das System zusätzliche Erklärungen, Beispiele oder Übungen bereitstellen. Umgekehrt können Fortgeschrittene schneller durch bekannte Inhalte navigieren und sich komplexeren Themen widmen. Diese individuelle Anpassung war in traditionellen Schulungskonzepten nur schwer umsetzbar, da sie eine intensive Einzelbetreuung durch Lehrpersonen erforderte.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Interaktivität. Chatbots und virtuelle Assistenten stehen rund um die Uhr für Fragen zur Verfügung. Lernende erhalten so jederzeit Unterstützung, ohne auf feste Schulungszeiten oder Supportfenster durch Lehrpersonen angewiesen zu sein. Zusätzlich können Simulationen und virtuelle Trainingsumgebungen geschaffen werden, in denen praxisnahe Situationen nachgestellt werden. Besonders in Medizin, Technik oder im Kundenservice bietet dies einen grossen Mehrwert, da Lernende risikofrei Erfahrungen sammeln können.
Vom Frontalunterricht zum Coaching
Die Veränderungen durch KI betreffen Lehrpersonen genauso. Gerade für Schulungsleiter:innen steht primär nicht mehr «nur» das Vermitteln und Vortragen im Zentrum. Ihre Aufgabe verschiebt sich zunehmend in Richtung Moderation, Coaching und individueller Unterstützung; das klassische Schulmodell wird zum zielführenden Workshop. Lehrpersonen können sich stärker auf die Begleitung der Lernprozesse konzentrieren, während KI administrative und repetitive Aufgaben übernimmt. Dies führt zu einer effizienteren Nutzung von Ressourcen und kann die Qualität der Ausbildung insgesamt steigern.
Ein Knopfdruck genügt eben nicht
Wir selber integrieren KI wenn immer möglich in alle unsere Schulungen und Workshops als wichtiger Bestandteil des Lernprozesses, unabhängig vom Kursinhalt (Excel, Word, OneNote usw.). Der Einsatz von KI erfordert jedoch sorgfältige Planung und eine kritische Auseinandersetzung mit Themen wie Datenschutz, Transparenz und Fairness. Zudem ist es wichtig, dass KI-Systeme qualitativ hochwertige und korrekte Inhalte liefern, da fehlerhafte Informationen den Lernprozess negativ beeinflussen. Auch die Akzeptanz bei Lernenden und Lehrpersonen spielt eine Rolle, da neue Technologien oft mit Unsicherheiten verbunden sind.
Patrizia Lenza, Informatik-Referentin: «Ein enormer Gewinn»
«Nach über 30 Jahren in der Erwachsenenbildung ist für mich klar: KI ist kein Modetrend, sondern ein Effizienz-Turbo. Meine Kursvorbereitungen mache ich heute grösstenteils mit Gemini, Microsoft® Copilot und Perplexity. Insbesondere das Generieren von Kursbeispielen ist so effizient geworden! Sie erlauben mir eine Präzision und Geschwindigkeit beim Erstellen von Lehrmaterialien, die früher undenkbar war. Ist das Kursbeispiel einmal erstellt und geprüft, lässt es sich für unsere Kunden auch mit wenigen Mausklicks individualisieren oder übersetzen. Das wahre Potenzial zeigt sich für mich jedoch im Live-Unterricht. Statt starrer Abläufe nutze ich KI-Tools direkt im Unterricht, um Übungen in Sekundenschnelle an das Lerntempo der Teilnehmenden anzupassen. Ob eine schnelle Zusatzaufgabe für Überflieger oder eine detaillierte Vertiefung für Profis – KI macht individuelles Coaching im Gruppenkurs möglich. Trotz aller Begeisterung ist meine Botschaft an die Teilnehmenden immer: KI ist ein Assistent, kein Ersatz für das eigene Denken. Ich lege grossen Wert auf methodisches Fact-Checking anstelle blinden Vertrauens. Es soll gelernt werden, die Qualität der Ergebnisse kritisch zu hinterfragen, um die Technologie im Geschäftsalltag sicher und gewinnbringend einzusetzen. Zugegeben nicht immer ganz einfach. Trotzdem meine Erkenntnis: Ein enormer Gewinn auf ganzer Linie.
Samuel David, Projektleiter: «Qualitätssicherung beim Schreiben»
Zur Qualitätssicherung meiner schriftlichen Kommunikation nutze ich KI-gestützte Tools. Zunächst überprüfe und optimiere ich meine Mail-Texte mit DeepL Write* hinsichtlich Grammatik, Stil und Verständlichkeit. Dieses Tool ist ein Schreibassistent, der Texte optimiert und alternative Vorschläge macht. Anschliessend übersetze ich die Inhalte bei Bedarf mit dem DeepL Übersetzer, ebenfalls KI-basiert, in die gewünschte Sprache. Dieser zweistufige Prozess stellt sicher, dass die Texte sowohl sprachlich korrekt als auch adressatengerecht formuliert sind.
*Im Rahmen der Nutzung von KI-gestützten Tools wie DeepL Write und dem DeepL Übersetzer werden eingegebene Texte zur Verarbeitung an externe Server übertragen. Je nach verwendeter Version können diese Daten temporär gespeichert und zur Verbesserung der Systeme genutzt werden. Bei kostenpflichtigen Versionen wird vom Anbieter angegeben, dass keine dauerhafte Speicherung oder Weiterverwendung der Inhalte erfolgt. Zur Gewährleistung der Datensicherheit wird darauf geachtet, keine sensiblen oder vertraulichen Informationen in frei zugänglichen Versionen zu verarbeiten und die geltenden Datenschutzbestimmungen des Anbieters einzuhalten.









