Editorial 1/2026

KI – von «Kaum Interesse» bis zu «Kolossale Innovation»
Ich bin ganz ehrlich: Die digitale Welt ist nicht immer meine. Ich meine, sie hat schon auch ihr Gutes, pulverisiert Bürowände, vermeidet mit Tipp-Ex verschmierte Briefe, degradiert die Brockhaus-Schunken zu einem herzigen Sammelband, macht Wissen in einem Ausmass zugänglich, das gelinde ausgedrückt gigantisch ist.
Sie nervt mich manchmal auch, die schöne, nicht mehr so neue digitale Welt. Dann, wenn mein Antlitz erstarrt im Teams-Meeting oder ich – natürlich wegen persönlicher Defizite – eine banale Online-Registrierung nicht abschliessen kann.
Und jetzt noch künstliche Intelligenz! Allein über diesen Begriff könnte man stundenlang philosophieren. Künstlich? Nix künstlich, sie ist menschengemacht. Intelligenz? Nur so intelligent wie die Daten, mit der sie gefüttert wird. Noch. Wohin KI sich entwickeln wird, weiss heute wohl niemand so genau. Wohin der Mensch sie entwickeln möchte; da werden schon eher die ganz grossen Pläne ausgerollt. Egal, was heute möglich ist und morgen möglich wird – entscheidend ist nicht ob, sondern wie wir damit umgehen müssen.
Davon handelt diese Ausgabe von BusinessNew. Denn damit umgehen tun wir längst, ob wir es merken oder nicht. KI ist da, um zu bleiben, und sie ist schon fast überall. Unsere Mitherausgebenden schreiben über ihre Erfahrungen damit, über Vertrauens- und Haftungsfragen, die Huhn-Ei-Problematik und darüber, wie KI zwar Arbeiten vereinfacht und beschleunigt, aber uns auch zwingt, ganze Organisationen und Prozesse zu hinterfragen bzw. neu aufzustellen.
Wie bei allen Gamechangern, vom Rad über die Dampfmaschine bis zum Computer, gilt: Keep cool. Weder Angst noch Aufregung noch Aktivismus helfen. Deshalb mein Vorschlag: Etwas weniger KI, dafür mehr MI – Menschliche Intelligenz.









