Google Ads & Co. in Zeiten von KI

Auch wenn KI immer häufiger für Suchanfragen genutzt wird, funktionieren klassische Anzeigen auf Google, Microsoft und Social Media weiterhin sehr gut. Was sich verändert, ist das Nutzerverhalten und die Art und Weise, wie Kampagnen aufgebaut sein müssen.
Die Antwort darauf ist ein kombiniertes Vorgehen, das mehrere bewährte und heute sehr wirksame Massnahmen umfasst. Dazu gehören KI-unterstützte SEA-Kampagnen auf Google und Microsoft, bei denen Keyword-Strategien, Anzeigenvarianten und Zielgruppensignale optimiert werden. Anzeigen sollen genau im Moment der Nachfrage ausgeliefert werden. Ergänzend setzen wir auf Retargeting, um Nutzende, die bereits Interesse gezeigt haben, erneut anzusprechen. Das führt erfahrungsgemäss zu einer hohen Conversion-Rate, also zu Käufen oder anderen beabsichtigten Handlungen der Website-Besucher:innen. Auch Social Media Ads mit Kurzvideos und ansprechenden Formaten sind zentral, da sich Zielgruppen zunehmend auf Plattformen wie Meta, LinkedIn, Instagram und TikTok bewegen. Parallel dazu bleibt E-Mail-Marketing ein äusserst effektiver Kanal für Lead-Generierung, Angebotsnachverfolgung und Kundenpflege.
KI macht gute Werbung (noch) nicht selbst, aber optimiert sie
KI-Tools automatisieren die Optimierung, Personalisierung und das Targeting von Kampagnen. Wesentliche Vorteile sind schnellere Arbeitsabläufe, Echzeit- oder gar prädikative, sprich vorausschauende Erkenntnisse sowie der wirksamere Einsatz des Werbefrankens. Herausforderungen hingegen sind der Datenschutz, Verzerrungen durch KI und begrenztes Kontextverständnis. Zu den Hauptanwendungen zählen Anzeigen-Targeting, Personalisierung, Budgetoptimierung, Content-Erstellung und Leistungsmessung. Die Erstellung von Inhalten ist der beliebteste Anwendungsfall: Rund 40% der Vermarkter setzen heute bereits KI ein, um verschiedene Formen von Inhalten, darunter Videos und Bilder, zu erstellen. Sie nutzen KI, um schnell wirksame Anzeigen zu entwickeln, die auf ihre Zielgruppen zugeschnitten und für verschiedene Plattformen optimiert sind. (www.seo.com/April 2026)
Neu: Werbemöglichkeiten auf KI-Plattformen
Während die einschlägigen KI-Anbieter wie Microsoft Copilot, Google Gemini, ChatGPT. Perplexity, Manus und Claude von Open AI als «Kreativmaschinen» etabliert sind, waren sie bis vor Kurzem selber weitgehend werbefrei. Die Frage lautet jedoch nicht ob, sondern wann sie bezahlte Werbung ausspielen werden. Denn die astronomischen Investitionen wollen irgendwie refinanziert sein. Auch wenn es im Januar bei Google noch hiess, dass dafür keine Pläne bestünden. Bevor auf Gemini Werbung zu sehen sein wird, dient der KI-gestützte Suchmodus «AI Mode» als Testfeld. Anzeigen erscheinen getrennt von organischen Ergebnissen, sind eindeutig als solche gekennzeichnet und werden nur dann eingeblendet, wenn sie inhaltlich zur Suchanfrage passen. Google verfügt im Vergleich zu Microsoft und Open AI nicht nur über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung mit Suchanzeigen, sondern auch über schier unbegrenzte finanzielle Mittel.
Auch Copilot (u.a. Bing, Edge) verfügt bereits über erste Werbe-Integrationen. Um dort präsent zu sein, benötigt man lediglich ein Werbekonto, eine funktionierende Landing Page, passende Creatives und eine klar definierte Zielgruppe. Schliesslich laufen auch die ChatGPT Versuche mit Werbeformaten, notabene nachdem CEO Sam Altman 2024 noch gesagt hatte, er hasse Werbung. Die Anzeigen werden zunächst im kostenlosen Free Tier und im neuen Mid-Tier-Abo «ChatGPT Go» ausgespielt. Die Premium-Abos ChatGPT Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben vorerst komplett werbefrei. Vorerst. Die Umsatzaussichten sind zu verlockend und fast schwindelerregend.
Auch wenn Werbung auf ChatGPT & Co. noch in der Testphase steckt, lohnt sich eine gezielte Vorbereitung bereits jetzt. Dazu gehört eine klare und vertrauenswürdige Website-Struktur, Inhalte, die für KI-Systeme logisch und verständlich aufbereitet sind, sowie aktuelle Marketing-Unterlagen, die später auch als KI-basierte Anzeigen funktionieren könnten. Mit einer starken Positionierung und einer soliden technischen Grundlage kann man sich so optimal auf die kommenden KI-Werbeformate vorbereiten.









